Die Bedeutung von RE-TESTS

Anpassungen und Veränderungen durch Training in den richtigen Pulsbereichen

Aus sportwissenschaftlicher Sicht werden sogenannte RE-TESTS in einem Abstand von ca. 6 Monaten empfohlen, um einerseits eine tatsächliche Leistungsentwicklung beurteilen zu können und andererseits Trainingspulsbereiche immer wieder aktuell zu definieren. Nur so kann Training wirklich optimal und vor allem effektiv gesteuert werden!

Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich über einen Zeitraum von 6 Monaten die Leistungsfähigkeit verändern kann und sich damit auch die Trainingspulsbereiche und Watt- bzw. km/h-Vorgaben für unterschiedliche Intensitäten zum Teil enorm verschieben!

Beispiel eines Läufers

Mann, 54 Jahre, 75 kg in der Vorbereitung auf seinen ersten Marathon

TEST 1 vom November 2009

Trainingsbereiche:
Relative Orientierung an der IANS (Individuellen Anaeroben Schwelle) bezogen auf die Leistung in km/h

Bezeichnung

REG

GA 1

GA 2

EWB

SB

Herzfrequenz [S/min]

120 - 124

124 - 135

135 - 145

145 - 166

166 - 190

Leistung [km/h]

5,6 – 6,5

6,5 – 8,1

8,1 – 9,5

9,5 – 11,6

11,6 – 14,1

Laktat [mmol/l]

1,23 – 1,45

1,45 – 2,06

2,06 – 2,79

2,79 – 4,53

4,53 – 8,10

RE-TEST vom Mai 2010

Trainingsbereiche:
Relative Orientierung an der IANS (Individuellen Anaeroben Schwelle) bezogen auf die Leistung in km/h  

Bezeichnung

REG

GA 1

GA 2

EWB

SB

Herzfrequenz [S/min]

120 - 134

134 - 145

145 - 155

155 - 165

165 - 180

Leistung [km/h]

7,9 – 9,9

9,9 – 10,6

10,6 – 11,2

11,2 – 12,4

12,4 – 14,3

Laktat [mmol/l]

1,39 – 2,02

2,02 – 2,36

2,36 – 2,80

2,80 – 3,85

3,85 – 7,04

Bemerkungen zu diesem Beispiel: *

Insbesondere im so wichtigen Grundlagenausdauerbereich (GA1 und GA2) hat sich die Leistungsfähigkeit innerhalb von 6 Monaten vehement verbessert.

Daraus resultieren deutliche Verschiebungen der Trainingspulsbereiche, die mit signifikanten Veränderungen der km/h-Vorgaben einhergehen.

Daraus folgt: würde der Sportler weiterhin mit den Pulsbereichen aus Test 1 trainieren, würde er sich falsch, nämlich unterschwellig (also zu niedrig) belasten. Seine Leistungsfähigkeit würde stagnieren, da die Anpassungen, die der Körper durch richtiges Training durchlaufen hat, nicht berücksichtigt werden!!

*) Der Sportler hat innerhalb der 6 Monate im Durchschnitt 3 x pro Woche überwiegend im GA1/GA2-Bereich trainiert!

Beispiel eines Radsportlers

Mann, 58 Jahre, 68 kg (TEST 1), 65 kg (TEST 2) in der Vorbereitung auf Jedermann-Strassenrennen

TEST 1 vom November 2009

Trainingsbereiche:
Relative Orientierung an der IANS (Individuellen Anaeroben Schwelle) bezogen auf die Leistung in Watt

Bezeichnung

REG

GA 1

GA 2

EWB

SB

Herzfrequenz [S/min]

110 - 122

122 - 134

135 - 145

145 - 167

167 - 175

Leistung [Watt]

82 – 124

124 – 140

140 – 157

157 – 200

200 – 224

Leistung/Gewicht [Watt/kg]

1,2 – 1,8

1,8 – 2,0

2,0 – 2,3

2,3 – 2,9

2,9 – 3,3

Laktat [mmol/l]

0,75 – 1,43

1,43 – 1,90

1,90 – 2,56

2,56 – 5,90

5,90 – 9,50

RE-TEST vom Mai 2010

Trainingsbereiche:
Relative Orientierung an der IANS (Individuellen Anaeroben Schwelle) bezogen auf die Leistung in Watt  

Bezeichnung

REG

GA 1

GA 2

EWB

SB

Herzfrequenz [S/min]

105 - 112

112 - 122

122 - 147

147 - 156

156 - 170

Leistung [Watt]

111 – 127

127 – 155

155 – 189

189 – 211

211 – 248

Leistung/Gewicht [Watt/kg]

1,7 – 2,0

2,0 – 2,4

2,4 – 2,9

2,9 – 3,2

3,2 – 3,8

Laktat [mmol/l]

1,07 – 1,27

1,27 – 1,54

1,54 – 3,15

3,15 – 4,64

4,64 – 9,67

Bemerkungen zu diesem Beispiel: *

Insbesondere im so wichtigen Grundlagenausdauerbereich (GA1 und GA2), aber auch im Entwicklungsbereich (EWB) hat sich die Leistungsfähigkeit innerhalb von 6 Monaten vehement verbessert.

Daraus resultieren deutliche Verschiebungen der Trainingspulsbereiche, die mit signifikanten Veränderungen der Wattvorgaben einhergehen.

Daraus folgt: würde der Sportler weiterhin im GA1-Bereich mit den Pulsbereichen aus Test 1 trainieren, würde er sich in diesem Bereich falsch, nämlich zu hoch belasten. Die positiven Anpassungen, die der Körper durch richtiges Training durchlaufen hat, würden nicht berücksichtigt werden!!

*) Der Sportler hat innerhalb der 6 Monate im Durchschnitt 3 x pro Woche im GA1/GA2-Bereich trainiert und ab März zusätzlich regelmäßiges EWB-Training absolviert!

Fazit

Wer „A“ sagt, sollte auch „B“ sagen – sprich: wenn man schon mal den Schritt geht und sich für eine Leistungsdiagnostik entscheidet, um „es mal genauer zu wissen“, sollte man es nicht bei einem Test belassen!

Wissenswertes
Leistungsdiagnosik
Regelmäßige Leistungsdiagnostik
Leistungsdiagnostik im Triathlon
Irrtürmer über Leistungsdiagnostik
Die Bedeutung
von RE-TESTS
Sport und Bluthochdruck
Sporternährung

 drucken | top

   

© 2003-2012 - jc Leistungsdiagnostik - IMPRESSUM