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Und warum überhaupt Leistungsdiagnostik?
Diese Frage wurde in den letzten Jahren immer wiederkehrend diskutiert und stellt sich automatisch jedem Sportinteressierten, der irgendwann einmal über den Begriff Leistungsdiagnostik stolpert.
Der Name ist dabei Inhalt. Mit einer Leistungsdiagnostik wird die sportliche Betätigung (Leistung) messbar und damit auch vergleichbar gemacht. Ein Radfahrer kann z.B. bestimmen lassen, bei welcher Wattzahl (Leistung) und dazugehörigem Puls er sich noch in einem Trainingsbereich befindet, in dem er genügend Sauerstoff zur Verfügung hat. Diesen Bereich zu kennen ist im Sport von entscheidender Bedeutung, da für alle Sportarten immer die gleiche Gesetzmäßigkeit gilt:
Wenn über einen bestimmten Zeitraum nicht genügend Sauerstoff aufgenommen werden kann, muss die Belastung unwillkürlich irgendwann abgebrochen werden. Man geht dann eine sogenannte Sauerstoffschuld ein, die je nach Trainingszustand vom Sportler unterschiedlich lange toleriert werden kann. Das Laktat (das sich ansammelnde Salz der Milchsäure) will dann nicht mehr aus der Muskulatur heraus und lässt dann, wie es im Sportlerfachjargon so plastisch heisst, den "Mann mit dem Hammer kommen" - nichts geht mehr!
Eine Leistungsdiagnostik kann somit eine Aussage über die Stoffwechselsituation im Körper während sportlicher Betätigung treffen. Damit verschafft sie sich den entscheidenden Vorteil gegenüber den allgemein verwendeten (und bekannten) Rechenformeln zur Trainingspulsbestimmung, die eben ALLGEMEIN und nicht INDIVIDUELL sind.
Anmerkung: Im Übrigen passen diese Formeln gerade bei trainierten Personen oft überhaupt nicht!
Leistungsdiagnostik soll also dem Einzelnen nicht nur ermöglichen Leistung zu bestimmen, sondern auch Training zu optimieren!
Während dieser "Luxus" in den Anfängen nahezu ausschließlich Profi- und Hochleistungssportlern vorbehalten war, hat sich die Leist
ungsdiagnostik in den letzten Jahren für ein wesentlich breiteres Interessenspektrum geöffnet.
Denn: Für einen Menschen mit Übergewicht ist es genauso notwendig, seinen individuellen Trainingspuls für ein Fettstoffwechseltraining zu kennen wie für einen Profiradsportler, der seine aktuellen Pulswerte für ein Grundlagenausdauertraining in den Wintermonaten benötigt.
Weiterhin verhält es sich bei der Leistungsdiagnostik wie mit allen anderen Tests auch. Der erste Test beschreibt den "Status quo" - wo stehe ich jetzt eigentlich? Weitere Re-Tests können dann zeigen, ob das nach Test 1 absolvierte Trainingsprogramm auch richtig angepasst und durchgeführt wurde.
Da der menschliche Körper auf neue und veränderte Trainingsreize immer wieder mit Anpassung reagiert und sich damit auch seine Leistungsfähigkeit verändert, sollte Leistungsdiagnostik zum Prozess des regelmäßigen Trainings dazu gehören (2-4 Tests pro Jahr - je nach Zielsetzung!)
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